Mittwoch, 21. Januar 2015

HEINRICH JASOMIRGOTT

Der Herzog HEINRICH von Bayern hatte die seltsame Angewohnheit, seine Reden mit einem "Ja so mir Gott" zu beenden (auszusprechen mit bayerischem Akzent). HEINRICH hatte jede Menge berühmte Verwandte, mit denen er teilweise stritt wie z.b. mit HEINRICH DEM LÖWEN. REINHARD LEBE schreibt dazu:
"'Ja so mir Gott', sprach Heinrich mit gekrauster Stirn, 'So viele berühmte Verwandte und doch nur Ärger mit der Sippschaft!'"
Als er einmal gegen die Stadt Regensburg zu Felde zog, wurde er vom Papst exkommuniziert (Spieverderber!). Er sprach "Ja so mir Gott vergebe" und ging auf den Kreuzzug. 1146 erlitt er eine Niederlage gegen die Ungarn. Während der Schlacht und bei der Flucht hörte man wieder das "Ja so mir Gott". Als er auf mehrere Reichstage vorgeladen wurde, soll er dies auch mit seinem berühmten "Ja so mir Gott" kommeniert haben. Ebenso bei seiner Belehnung mit Österreich und als er mit seiner Frau in Wien residierte. Bei einem Feldzug in Böhmen stürzte er vom Pferd und starb 1177. Sein letztes "Ja so mir Gott" war synonym mit "verdammter Mist"!---
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Quelle: Reinhard Lebe: War Karl der Kahle wirklich kahl?





Freitag, 26. Dezember 2014

HOCHKULTUR GLEICH AUFNORDUND-VERFALL GLEICH ENTNORDUNG

Der Sachbuchautor S. FISCHER-FABIAN berichtet, daß sein Geschichtslehrer diese Formel an die Tafel geschrieben hat. Er bemerkt dazu:

"So einfach kann Weltgeschichte sein. Wir glaubten ihm, denn er war ansonsten ein gutmütiger Mensch und gab uns nie viel auf."

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By the way: Die Vermessung von Moorleichen (toller Job!) ergab, daß die Durchschnittsgröße unserer Altvorderen 1, 72 m war.-Die Haare trugen die germanischen Recken lang. Sie sind somit den "Langhaarigen" der 70er Jahre vergleichbar (ich war übrigens auch so einer), deren Anblick die ach so traditionsbewußte Generation schwer ertrug (guter Song zu dem Thema: Rio Reiser: Ich will nicht so sein wie mein Alter.)
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Aus: FISCHER-FABIAN: DIE ERSTEN DEUTSCHEN.
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Wo bleiben übrigens die Lustsklavinnen, die mir versprochen wurden?

Dienstag, 28. Oktober 2014

NICOLA TESLA: ÜBER RADIOWELLEN UND TAUBEN


Zwei Pioniere auf dem Gebiet der Radiowellen sind MARCONI und TESLA. Beide waren von der Idee der interplanetarischen Kontaktaufnahme  dermaßen "angefixt", daß sie glaubten, sie hätten Signale aus anderen Welten vernommen. Manche hören Signale, manche hören Stimmen, andere wiederum singen: "Völker hört die Signale...". Wie dem auch sei, TESLA war ein "Erfindergenie". Er lieferte wichtige Beiträge zur Anwendung elektrischer Energie (Methode zur Benutzung des Wechselstroms), er erfand Stromerzeuger sozusagen am laufenden Meter, experimentierte mit drahtloser Nachrichtenverbindung, verwendete als erster Antennen etc. pp. Allerdings sonderte er zwischendurch allerlei Wunderliches ab. So sagte er 1917:
"Wir werden den Ozean seiner Schrecken berauben, indem wir den Himmel beleuchten, um Zusammenstöße auf See zu vermeiden." (Da bin ich ganz seiner Meinung. Zusammenstöße auf See müssen unbedingt vermieden werden, da gefährlich und teuer, wie man erst kürzlich in Italien gesehen hat.).
Doch es kam noch besser: TESLA glaubte, daß man das elektrische Feld des ganzen Planten zum Schwingen bringen könnte. Ein gewisser JOHN PIERPONT MORGAN glaubte dies anscheinend aufs Wort, denn er unterstützte TESLA finanziell. TESLA baute zu diesem Behufe mit den Moneten seines "Mitspinners" 1899 in Colorado Springs ein Laboratorium nebst Sendeturm und Hochspannungsanlage. Der Sendeturm hatte "by the way" die stattliche Höhe von 360 m! Eines Nachts nun beobachtete TESLA die "elektrische Tätigkeit". Später meinte er, daß diese aus Signalen bestehe. Kurzum: Er glaubte felsenfest, daß er der erste sei, der Grüße von einem anderen Planeten gehört habe. Als man ihn bat, eine Voraussage für die nächsten 100 Jahre zu machen, sagte er: "Brüder, wir haben eine Botschaft aus einer anderen Welt, die unbekannt ist und fern. Sie lautet: eins...zwei...drei...".
Der "elektrische TESLA", der natürlich auch an Telepathie glaubte, hatte eine zweite, romantische, ja fast schon rührende Seite: Er liebte Tauben im allgemeinen und im besonderen einen weißen Vogel, zu dem er offensichtlich eine seltsame Zuneigung hatte. Er bemerkte, daß er zu dieser Taube eine nähere Beziehung als zu jedem Menschen habe. Als die Taube starb, konnte er "nicht mehr schöpferisch" arbeiten.
TESLA fütterte im Bryant-Park in Manhatten die Tauben mit großer Hingabe. Als er alt und schwach wurde, bezahlte er einen Boten der Western Union, der die Fütterung übernahm.
1959 schrieb eine gewisse MARGARET STORM ein Elaborat, das den passenden Titel "The Return of the Dove" trug. Darin liest der staunende Leser, daß TESLA 1856 an Bord eines Raumschiffs geboren wurde, welches auf dem Weg von der Venus zur Erde war. Dann wurde er in Jugoslawien irgendwo im Gebirge ausgesetzt. (Vielleicht wollten die ihn lossein.) TESLA war übrigens Kroate und die stammen ja meistens-wie man weiß- aus Kroatien (damals noch Jugoslawien).
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Quelle: WALTER SULLIVAN: SIGNALE AUS DEM ALL.




BLÖDSINN HOCH DREI: ABSTRUSES VON BODE, KANT UND SWEDENBORG

BLÖDSINN NR. 1: Ausgehend von seiner Verteilungsregel der Planeten, glaubte BODE, daß der Stoff der Planten proportional zur Entfernung von der Sonne immer leichter werde. Hieraus wiederum folgerte er gnadenlos, daß auch die Bewohner dieser Planten "leichter" i. e. vergeistigter seien.
(Die sog. BODE-TITIUS-REGEL sagt übrigens aus, daß sich die Entfernung von einem Planeten zum nächsten verdoppelt, wenn man von innen nach außen geht. Beispiel: Merkur-Sonne: Entfernung 4; zum nächsten Planeten: 4+3; zum übernächsten: 4+3+3=4+6 etc. Zwischen Mars und Jupiter klafft allerdings eine Lücke. Dort ist der sog. Planetoidengürtel, der vielleicht der Überrest eines hypothetischen Planeten ist. Dieser wird oftmals Phaeton genannt (vgl. auch- oder auch nicht- den Phaeton-Mythos bei Ovid, Metamorphosen I, 747-II, 400.))
BLÖDSINN NR. 2: KANT, unser Oberphilosoph vom Dienst, lehrt diesen Unsinn ersten Grades: Die Bewohner von Venus und Merkur seien moralisch so unterentwickelt (wie viele meiner Schüler, aber das nur nebenbei bemerkt), daß man sie für ihre Taten nicht verantwortlich machen könne! Also mildernde Umstände vor Gericht. Dafür lebten die Einwohner des Jupiters in einem höheren Glückszustand und in größerer Vervollkommnung. (Ich folgere: Meine Schüler kommen allesamt von Venus und Merkur. Hirnverbrannt wie sie sind, müssen die von heißen Planeten kommen. Anders geht es nicht.)
BLÖDSINN NR. 3: Der Oberspinner SWEDENBORG setzt all dem (noch) die Krone auf: Er faselte davon, daß ihn Geister von anderen Welten in seinen Träumen besuchten, die ihm andere Welten beschrieben. So gebe es auf der Venus zwei Rassen: eine menschliche=gut und eine andere=wild und grausam. Die Marsbewohner z. B. seien die edelsten Einwohner des Sonnensystems. Sie würden sogar den frühen Christen in ihrer Frömmigkeit ähneln! (Vielleicht kommen die frühen Christen ja vom Mars.)
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Quelle: WALTER SULLIVAN: SIGNALE AUS DEM ALL.




Dienstag, 14. Oktober 2014

DJANGO UND DER KANTOR (2)

Der Kantor hat große Angst
vor DJANGO;
DJANGO wohnt nämlich
neben der Kirche
und ist vom Singsang
des Kantors genervt.
Also flieht der Kantor
außer Landes.
Das wird ihm aber nichts nützen,
denn DJANGO
hat bisher jeden gekriegt
und umgelegt.
Die Tage des Kantors
sind gezählt.
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Der Rächer



Freitag, 10. Oktober 2014

DJANGO UND DIE FETTE ALTE

Oben im Haus sitzt die fette Alte
und singt schöne Lieder,
die sie im Fernseher gehört hat.
Die fette Alte
guckt nämlich immer
Sendungen
mit den "fröhlichen Volksmutanten".
Unten im Haus ist DJANGO.
Er spielt auf seiner Mundharmonika
"Das Lied vom Tod".
Die Tage der fetten Alten
sind gezählt.
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Der Rächer

ARISTOTELES: POLITIK I, 2: BIN LEIDER ETWAS ANDERER MEINUNG


"Als Erstes ist es notwendig, daß sich jene Wesen verbinden, die ohne einander nicht bestehen können, einerseits das Weibliche und das Männliche der Fortpflanzung wegen (und dies nicht aus freier Entscheidung, sondern weil es wie anderswo, bei den Tieren und Pflanzen, ein naturgemäßes Streben ist, eine anderes Wesen zu hinterlassen, das einem selbst gleich ist)..." (Übers.: O. Gigon)
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1.) Ich kann sehr wohl-im Gegensatz zur Majorität- ohne das Weibliche bestehen! Fühle mich nämlich auch so vollständig! No woman, no cry.
2.) Ich für meinen Teil stehe nicht-um mit Freund SCHOPENHAUER zu reden-"im Dienste der Gattung". Besonders lustig finde ich den Passus "und dies nicht aus freier Entscheidung" und den Vergleich mit den Tieren und Pflanzen. Es ist ja kein Geheimnis, daß die meisten nicht geplant, sondern Zufallsprodukte sind oder wie es bei KARL MAY an einigen Stellen sinngemäß heißt: "Produkte einer traurigen Liebesnacht".
3.) Der Mensch habe ein naturgemäßes Streben, ein anderes Lebewesen zu hinterlassen: Ich nicht!
Darüber hinaus ein Wesen, das einem gleicht: Bloß nicht! Ein kritischer Blick in den Spiegel würde so manchen vielleicht davon abhalten, seine fragwürdigen Gene weiterzugeben.
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