1) DER HITMAN
Django braucht dringend Munition. Er hat kein Geld mehr. Also nimmt er einen Job in einer Nachhilfeschule an. Er ist wie immer ganz in Schwarz gekleidet. Über seiner Brust trägt er zwei gekreuzte Patronengurte. Sein Hut ist tief ins Gesicht gezogen. Er raucht einen schwarzen Zigarillo Marke Sargnagel. Mit schweren Stiefeln und Sporen betritt er das Lehrerzimmer. Die Lehrerschaft erbleicht, weil sie glaubt ihr letztes Stündlein sei gekommen. Doch Django grüßt freundlich und geht ins Büro der Leiterin.
Die Chefin war eine platinblonde höhere Tochter mit Spitzenbluse. Sie studiert Djangos Lebenslauf und erbleicht.
-Äh, Sie sind also-hmhm-Herr Django?
-Yeah!
-Und Ihr Vorname?
-Nur Django! Meine Feinde nennen mich Django. Freunde habe ich nicht.
-Na dann, äh, Ihr Lebenslauf ist recht beeindruckend.
-Yeah!
Stimmt das alles, mit den Duellen und so?
-Yeah!
-Also, Herr Django, wir wenden uns an den pädagogischen Idealisten. Kindererziehung ist eine Berufung. Bei uns sollen sich die Kinder wohlfühlen. Bei guten Leistungen bekommen sie ein Gummibärchen oder einen Stempel ins Heft. Ist das nicht lieb?
-Yeah!
Es ist so schön, wenn einen die lieben Kinder lieben.
-Yeah!
In diesem Moment kommen ein paar der "lieben Kinder" schreiend ins Büro gelaufen. Ein besonders dickes, abstoßendes Exemplar versucht die Schranktür aufzubrechen.
-Wir erziehen unsere Kinder freiheitlich. Sie sollen ihre Persönlichkeit entfalten.
Dann nimmt die Blonde eines dieser Monstren auf den Schoß und schiebt ihm eine Ladung Gummibärchen ins Maul, die es schmatzend verschlingt.
-So, jetzt zeige ich Ihnen die Räume. Wir haben sie ganz lieb eingerichtet.
An den Wänden gab es alberne Kinderzeichnungen. Django verzieht das Gesicht. Er hätte die Wände lieber schwarz gestrichen und weiße Kreuze aufgehängt sowie Bilder von P. Bruegel und Hieronymus Bosch.
Plötzlich stand ein dünnes Männlein mit Silberbrille und seitengescheiteltem Haar vor ihnen.
-Das ist unser lieber Herr Dummbach. Die Kinder lieben ihn. Er macht einen ganz lieben Unterricht. Er ist nämlich immer ganz fröhlich und lieb. Und das ist der liebe Herr Django.
Django schaut gefährlich. Wurde nicht damals in El Paso ein gewisser El Dummbacco steckbrieflich gesucht? Hatte dieser nicht herumerzählt, er sei schneller als Django? Sollte der hier untergetaucht sein und sich hinter der Maske des Biedermannes verstecken? Wenn beide Personen identisch sind, dann stand für Django eines fest: Er mußte El Umbacco umlegen.
Djangos erste Stunde begann.
-Ihr seid also alle schlecht in der Schule? O.k., macht nichts. Ihr schreibt jetzt alle 100mal in euer Heft: Wir sind alle blöd, das macht aber nichts.-Du da, wenn ich 6 Kugeln im Revolver habe und-sagen wir- vier Gegner umlege, wieviele Kugeln bleiben dann noch in der Trommel?
-5, Herr Django.
-Du schreibst in dein Heft: Ich bin nicht blöd, ich bin saublöd.
-Jawohl, Herr Django.
-Du da?
-Noch zwei, Herr Django.
-Gut, und wieviel Gegner kann ich mit zwei Kugeln umlegen?
-Weiß nicht, Herr Django.
-Du schreibst in dein Heft: Ich bin ein hoffnungsloser Fall.
-Jawohl, Herr Django.
-Du da.
-Zwei, Herr Django, wenn Sie nicht danebenschießen.
-Ich schieße nie daneben.
Im Büro begrüßt eine neue Kollegin Django.
-Hallo, ich bin die Tweeny.
-Yeah!
-Haben Sie auch schon pädagogische Erfahrungen.
-Yeah! Ich war mal Aufseher in Französisch-Guyana.
-Wie interessant! Ist das eine private Lehreinrichtung?
-So ähnlich.
-Sicher haben Sie dort viele liebe Menschen kennengelernt.
-Alle ganz reizend.
Zweite Stunde: Django betritt schweren Schrittes den Raum. Totenstille. Django deutet auf ein protoplasmatisches Kind.
-Du da, Fettsack, du machst jetzt 20 Liegestützen. Wer redet macht 20 Liegestützen, wer nicht redet auch. Kapiert? Geht das in eure verkümmerten Hohlköpfe? Was sind 20 Liegestützen plus 20 Liegestützen? Du da.
-Viele Liegestützen, Herr Django.
-Und genau die machst du jetzt.
Die stunde war ein voller Erfolg. Django geht nach getaner Arbeit wieder ins Büro. Dort sind einige Kinder. Als sie Django sehen, beginnen sie fürchterlich zu schreien.
-Was haben Sie mit den armen Kindern gemacht?
-Ich habe ihnen Schliff beigebracht.
-Sie Unmensch, ein Kind ist schon in psychiatrischer Behandlung.
-Wir leben in schweren Zeiten.
2) DIE ABRECHNUNG
Doch Djangos Arbeit war noch nicht getan. Er mußte noch El Dummbacco umlegen. Gesagt, getan. Einen Tag später erledigte er diesen aus dem sicheren Hinterhalt. Es war ein fairer Kampf.
Diese Tat fand ihren poetischen Niederschlag in der Ballade von El Dummbacco, die in Mexiko gesungen wurde. Diese ging so:
El Dumbacco-aya-aya-de-e-er grofße Pifstole-e-ro
El-Dummba-a-acco fsagte-aya-aya,
er fsei fsneller alfs Dfsango-o.
Doch dafs- war fsein Fe-e-ehler, aya-aya.
Da erfsoß Dfsango den El Dummba-a-acco, aya-aya...
Das Lied wurde mehrfach prämiert!
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Euer Django
Samstag, 14. Dezember 2013
Sonntag, 17. November 2013
Mittwoch, 6. November 2013
RUBRIK "VERRÜCKTE WISSENSCHAFTLER"
DAS WAREN NOCH IDEALISTEN!
"ALFRED RUST, Jahrgang 1900, gebürtiger Hamburger-heute ein Experte von internationalem Rang-, ist ein Selfmademan seiner Wissenschaft."
(RUDOLF PÖRTNER: BEVOR DIE RÖMER KAMEN, Droemer, Knaur, Ludwigsburg, Augsburg, S. 115)
Rust wuchs in extremer Armut auf. Der Vater war früh verstorben und die Mutter mußte zwei Kinder durchbringen. Das Geld reichte "hinten und vorne" nicht. Nach dem Krieg machte er eine Lehre als Elektriker. Doch auch das Geld, das er verdiente, reichte gerade so. Rust mußte lange sparen, um sich z.B. einen gebrauchten Photoapparat und ein altes Fernglas zu kaufen. Wissensdurstig wie er war, belegte er fleißig Abendkurse. Eines Tages nahm der Urgeschichtler GUSTAV SCHWANTES sich des jungen Studiosus an. Zunächst erforschte er die Gegend um Ahrensburg auf "sonntäglichen Radtouren", doch dann entschloß er sich, im Namen der Wissenschaft mit dem Fahrrad nach Syrien zu fahren! Das war im Jahr 1930. RUST erklärte:
"Er habe ein Fahrrad, eine Zeltausrüstung und etwas erspartes Geld, mehr brauche er für das Unternehmen nicht, erklärte er dem erstaunten SCHWANTES. Und ohne das Kopfschütteln seiner Freunde zur Kenntnis zu nehmen, begann er die bescheidenste Expedition auszurüsten, welche die Chronik der prähistorischen Wissenschaft verzeichnet. Anfang September fuhr er los-mit dem Fahrrad direkt in die Urgeschichte."
Distanz: 4500 km
Reisezeit: 3 Monate
Geld pro Tag: eine Mark! (dafür bekommt man nicht einmal die Luft aufgepumpt)
erste Station am Reiseziel: dänisches Krankenhaus wegen Ruhr
erste Aktion: Grabungen bei den Jabrudhöhlen; Entdeckung einer "der bedeutendsten steinzeitlichen Fundstätten des Vorderen Orients."
1931: wieder zurück in Hamburg; selbstgestellter Auftrag erfüllt
In den folgenden 3 Jahren machte RUST diesen Höllentrip noch drei Mal! Chronischer Geldmangel zwang ihn, im Nebeker Krankenhaus elektrische Leitungen zu legen.
Lohn der Arbeit: Erforschung der sog. Ascalon-Kultur (nie gehört!)
Dann hatte er plötzlich genug von der Radfahrerei und wandte sich der Erforschung der heimischen Gefilde zu. Er begab sich nun auf die Suche der "Knochenwerkzeuge der Menschen der Eisenzeit".
Auch ein schönes Ziel.
---
Es lebe der Idealismus!
"ALFRED RUST, Jahrgang 1900, gebürtiger Hamburger-heute ein Experte von internationalem Rang-, ist ein Selfmademan seiner Wissenschaft."
(RUDOLF PÖRTNER: BEVOR DIE RÖMER KAMEN, Droemer, Knaur, Ludwigsburg, Augsburg, S. 115)
Rust wuchs in extremer Armut auf. Der Vater war früh verstorben und die Mutter mußte zwei Kinder durchbringen. Das Geld reichte "hinten und vorne" nicht. Nach dem Krieg machte er eine Lehre als Elektriker. Doch auch das Geld, das er verdiente, reichte gerade so. Rust mußte lange sparen, um sich z.B. einen gebrauchten Photoapparat und ein altes Fernglas zu kaufen. Wissensdurstig wie er war, belegte er fleißig Abendkurse. Eines Tages nahm der Urgeschichtler GUSTAV SCHWANTES sich des jungen Studiosus an. Zunächst erforschte er die Gegend um Ahrensburg auf "sonntäglichen Radtouren", doch dann entschloß er sich, im Namen der Wissenschaft mit dem Fahrrad nach Syrien zu fahren! Das war im Jahr 1930. RUST erklärte:
"Er habe ein Fahrrad, eine Zeltausrüstung und etwas erspartes Geld, mehr brauche er für das Unternehmen nicht, erklärte er dem erstaunten SCHWANTES. Und ohne das Kopfschütteln seiner Freunde zur Kenntnis zu nehmen, begann er die bescheidenste Expedition auszurüsten, welche die Chronik der prähistorischen Wissenschaft verzeichnet. Anfang September fuhr er los-mit dem Fahrrad direkt in die Urgeschichte."
Distanz: 4500 km
Reisezeit: 3 Monate
Geld pro Tag: eine Mark! (dafür bekommt man nicht einmal die Luft aufgepumpt)
erste Station am Reiseziel: dänisches Krankenhaus wegen Ruhr
erste Aktion: Grabungen bei den Jabrudhöhlen; Entdeckung einer "der bedeutendsten steinzeitlichen Fundstätten des Vorderen Orients."
1931: wieder zurück in Hamburg; selbstgestellter Auftrag erfüllt
In den folgenden 3 Jahren machte RUST diesen Höllentrip noch drei Mal! Chronischer Geldmangel zwang ihn, im Nebeker Krankenhaus elektrische Leitungen zu legen.
Lohn der Arbeit: Erforschung der sog. Ascalon-Kultur (nie gehört!)
Dann hatte er plötzlich genug von der Radfahrerei und wandte sich der Erforschung der heimischen Gefilde zu. Er begab sich nun auf die Suche der "Knochenwerkzeuge der Menschen der Eisenzeit".
Auch ein schönes Ziel.
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Es lebe der Idealismus!
Sonntag, 27. Oktober 2013
DIE KAPPENBANDE (ein fragmentarisches Fragment)
Die Geschichte ist fiktiv und spielt in den frühen 60er Jahren in der Pfalz zwischen Ludwigshafen und Neustadt.
Dramatis personae:
ein gewisser Frühtau, Abteilungsleiter, in Wirklichkeit Kopf der legendären "Kappenbande"; dieser ist ca. 1, 90 groß, drahtig, lacht oft kindisch vor sich hin, hat eine große Nase und ein markantes Gesicht, trägt immer eine "Batschkapp",
Finkenboiner: seine rechte Hand, ehemaliger Hilfsschüler, Wieselgesicht, mehr als 10mal vorbestraft wegen fieser Kleingaunerei, hat einen Sprachfehler,
der krumme Kurt: kleiner Behinderter mit Erbschaden und assymetrisch im Kopf verteilten Augen, als Junge aus der Erziehungsanstalt geflohen, heuerte früh bei der "Kapp" an, die im Lesen und Schreiben beibrachte, was aber zu keinem Ergebnis führte,
Plitschi: ehemaliger Zeitungsdrücker und fliegender Händler für Knöpfe und Seife,
Grobbo: ein ungeschlachter Vollidiot, Frühtaus Mann fürs Grobe, genannt der "Ausputzer", Analphabet,
der Professor: gescheiterter Akademiker; da Physiker für Spezialeffekte der Bande zuständig (Pyrotechnik, Dynamit etc.) sowie für "public relations",
Bollo: Fettsack, der immer dumm rumlacht und dafür von der Kapp Ohrfeigen kassiert, führt einen Gemischtwarenhandel zur Tarnung, in Wirklichkeit Lager für Diebesgut der Kappenbande, großes Kind, von seiner Mutter angezogen und gesteuert,
Wiesel: eigentlich Wiesler, ein spindeldünner Mann, dicke Brille, zuständig für Reperatur von Waffen und Fluchtfahrzeugen, hat Werkstatt in einer Garage, ist immer ölverschmiert, guckt seltsam und hatte noch nie was mit Frauen.
Neustädter Anzeiger, 3. 3. 1962:
"Wieder hat die berüchtigte Kappenbande zugeschlagen. Diesmal haben sie in ein Juweliergeschäft in Neustadt eingebrochen. Der Coup war genial geplant und durchgeführt. Hinweis auf die Bande gab ein Zettel an der Wand mit einem großen "K". Die "Kapp" selber floh mit einem Moped und einem Sack voller Uhren. Einem Nachtwächter, der sich ihm in den Weg stellte, gab die "Kapp" vom Moped aus einen Tritt mit den Worten: 'Fort mit dir, Scherge!' Dabei habe sie kindisch gelacht.
Wisel entkam über eine Mauer und verschwand über die Dächer."
1. 4. 1962:
"Polizei zum Narren gehalten. Nach einem Bruch in einem Baumarkt, wo die Bande drei Bohrmaschinen entwendete, blieb die "Kapp" seelenruhig am Ort bis die Polizei kam. Sie gab sich für den Leiter einer Sonderkommission aus und schickte die Polizei in die falsche Richtung. Zu einem Polizeianwärter sagte sie: 'Ich vertraue auf Sie, Müller, Sie schaffen das schon. Das zweite Auto können Sie hier lassen, ich übernehme das.' Darauf setzte sich die "Kapp" mit dem Auto ab. Seitdem ist das Auto verschwunden. Von der Bande fehlt jede Spur. Die Polizei tappt wieder einmal im Dunkeln."
---
Euer Al Capone
Dramatis personae:
ein gewisser Frühtau, Abteilungsleiter, in Wirklichkeit Kopf der legendären "Kappenbande"; dieser ist ca. 1, 90 groß, drahtig, lacht oft kindisch vor sich hin, hat eine große Nase und ein markantes Gesicht, trägt immer eine "Batschkapp",
Finkenboiner: seine rechte Hand, ehemaliger Hilfsschüler, Wieselgesicht, mehr als 10mal vorbestraft wegen fieser Kleingaunerei, hat einen Sprachfehler,
der krumme Kurt: kleiner Behinderter mit Erbschaden und assymetrisch im Kopf verteilten Augen, als Junge aus der Erziehungsanstalt geflohen, heuerte früh bei der "Kapp" an, die im Lesen und Schreiben beibrachte, was aber zu keinem Ergebnis führte,
Plitschi: ehemaliger Zeitungsdrücker und fliegender Händler für Knöpfe und Seife,
Grobbo: ein ungeschlachter Vollidiot, Frühtaus Mann fürs Grobe, genannt der "Ausputzer", Analphabet,
der Professor: gescheiterter Akademiker; da Physiker für Spezialeffekte der Bande zuständig (Pyrotechnik, Dynamit etc.) sowie für "public relations",
Bollo: Fettsack, der immer dumm rumlacht und dafür von der Kapp Ohrfeigen kassiert, führt einen Gemischtwarenhandel zur Tarnung, in Wirklichkeit Lager für Diebesgut der Kappenbande, großes Kind, von seiner Mutter angezogen und gesteuert,
Wiesel: eigentlich Wiesler, ein spindeldünner Mann, dicke Brille, zuständig für Reperatur von Waffen und Fluchtfahrzeugen, hat Werkstatt in einer Garage, ist immer ölverschmiert, guckt seltsam und hatte noch nie was mit Frauen.
Neustädter Anzeiger, 3. 3. 1962:
"Wieder hat die berüchtigte Kappenbande zugeschlagen. Diesmal haben sie in ein Juweliergeschäft in Neustadt eingebrochen. Der Coup war genial geplant und durchgeführt. Hinweis auf die Bande gab ein Zettel an der Wand mit einem großen "K". Die "Kapp" selber floh mit einem Moped und einem Sack voller Uhren. Einem Nachtwächter, der sich ihm in den Weg stellte, gab die "Kapp" vom Moped aus einen Tritt mit den Worten: 'Fort mit dir, Scherge!' Dabei habe sie kindisch gelacht.
Wisel entkam über eine Mauer und verschwand über die Dächer."
1. 4. 1962:
"Polizei zum Narren gehalten. Nach einem Bruch in einem Baumarkt, wo die Bande drei Bohrmaschinen entwendete, blieb die "Kapp" seelenruhig am Ort bis die Polizei kam. Sie gab sich für den Leiter einer Sonderkommission aus und schickte die Polizei in die falsche Richtung. Zu einem Polizeianwärter sagte sie: 'Ich vertraue auf Sie, Müller, Sie schaffen das schon. Das zweite Auto können Sie hier lassen, ich übernehme das.' Darauf setzte sich die "Kapp" mit dem Auto ab. Seitdem ist das Auto verschwunden. Von der Bande fehlt jede Spur. Die Polizei tappt wieder einmal im Dunkeln."
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Euer Al Capone
Sonntag, 22. September 2013
HORST
(die tanzenden Urnen)
Horst war 34, Frührentner und zu nichts zu gebrauchen. Er war ein altgewordenes, dickes Kind, das immer stark schwitzte und roch. Zahlreiche Gebrechen hatten ihn früh "verrented". Horst wohnte noch bei seiner "Frau Mutter" in seinem Bubenzimmer mit der bunten Tapete, seinen Spielsachen und seiner elektrischen Eisenbahn, die er sich von seinem Taschengeld mühsam zusammengepart hatte.
Seine Mutter sorgte für ihren Bub. Sie kochte und wählte die Kleider für ihn aus. Die Mutter achtete darauf, daß ihr Sohn immer sauber und anständig angezogen war. Modische Kleidung, so befand sie, passe nicht zu ihrem Horst. Da dieser infolge der vielen Süßigkeiten ziemlich rundlich war, spannten seine Hosen am Bauch und "meldeten Hochwasser".
Mit Weibspersonen hatte Horst nichts. "Das ist nichts für einen anständigen Jungen!" und "Tu mir das nicht an!", pflegte sein Mütterchen zu sagen.
Als seine Mutter starb, war Horst völlig "aufgeschmissen". Um seiner Mutter nahe zu sein, bezog er ein Dachzimmer mit Blick auf den Friedhof. Wenn er den Kopf aus dem Dachfenster herausstreckte, was ihn einige Mühe kostete, hatte er einen schönen Blick auf das Urnengrab der Mutter. Die Vermieterin, eine häßliche Altersrentnerin, legte wert auf einen sauberen jungen Mann, der es nicht mit den Frauenzimmern hatte und nicht trank. Ab und zu trank Horst jedoch ein Bier, was ihm die Mutter strengstens untersagt hatte. Einmal mußte er 100mal schreiben: "Horst darf solches nicht tun."
Die Jahre vergingen und Horts wurde in seiner Dachstube immer dicker und feister. Dennoch hütete er sich vor dem Lüften. Denn seine Mutter sel. pflegte zu sagen: "Halt dich immer schön warm!"
Ab und zu goß er das Grab der Mutter. "Daß du dich bloß um mein Grab kümmerst!" hatte sie immer gesagt. Horst zog also seine "Friedhofsschuhe" an, nahm die grüne Gießkanne und schnaufte die 6 Stockwerke hinunter.
Bald hatte sich der scheue Horst mit dem Friedhofsgärtner angefreundet. Beide verband die Liebe zur "Friedhofskunde". Oft sprachen sie stundenlang über Grabpflege. Doch dann starb auch dieser, und Horst vereinsamte vollends. Er ging nur noch abends auf den Friedhof und kam manchmal im Morgengrauen zurück.
Eine 86-jährige Mitbewohnerin sagte: "Ich hörte den Herrn Horst immer morgens auf der Treppe. Da hat er meistens mit sich selber gesprochen und mit den Händen gefuchtelt. Ist aber ein anständiger junger Mann, der Herr Horst. Hat nie Weibspersonen mit auf dem Zimmer.
Eines Abends ging Horts wieder auf den Friedhof. Es war schon ziemlich duster. Die ewigen Lichter am Grab spendeten ein dämmeriges Licht. Da plötzlich bemerkte Horst, daß die Urnen über den Gräbern schwebten und sich in einem lustigen Reigen umeinander drehten. Dazu ertöne schauerliche Musik. Es roch nach frischer Erde. Horst fiel auf, daß kein Vogel mehr sang! Da befiel ihn namenloser Schrecken. Auf der Urne der Mutter leuchtete plötzlich eine grüne Leuchtschrift. Horst las die Schrift und erstarrte. Sie lautete: "Bist du auch schön brav gewesen, Bub?" Da packte es Horsten und er stob davon.
Als man später sein Zimmer ausräumte, fand man viele Heftchen pornographischen Inhalts. Die 86-jährige Mitbewohnerin meinte: "Das hätt' ich von dem Herrn Horst nicht gedacht. So ein netter junger Mann, so zurückhaltend und dann diese gräßlichen Heftchen, pfui Teufel!
Horst bekam Haldol und wurde in ein Sanatorium eingeliefert. Dort starb er mit 44 Jahren an Herzverfettung. Die Urnen tanzten nie wieder.
---
R.
(die tanzenden Urnen)
Horst war 34, Frührentner und zu nichts zu gebrauchen. Er war ein altgewordenes, dickes Kind, das immer stark schwitzte und roch. Zahlreiche Gebrechen hatten ihn früh "verrented". Horst wohnte noch bei seiner "Frau Mutter" in seinem Bubenzimmer mit der bunten Tapete, seinen Spielsachen und seiner elektrischen Eisenbahn, die er sich von seinem Taschengeld mühsam zusammengepart hatte.
Seine Mutter sorgte für ihren Bub. Sie kochte und wählte die Kleider für ihn aus. Die Mutter achtete darauf, daß ihr Sohn immer sauber und anständig angezogen war. Modische Kleidung, so befand sie, passe nicht zu ihrem Horst. Da dieser infolge der vielen Süßigkeiten ziemlich rundlich war, spannten seine Hosen am Bauch und "meldeten Hochwasser".
Mit Weibspersonen hatte Horst nichts. "Das ist nichts für einen anständigen Jungen!" und "Tu mir das nicht an!", pflegte sein Mütterchen zu sagen.
Als seine Mutter starb, war Horst völlig "aufgeschmissen". Um seiner Mutter nahe zu sein, bezog er ein Dachzimmer mit Blick auf den Friedhof. Wenn er den Kopf aus dem Dachfenster herausstreckte, was ihn einige Mühe kostete, hatte er einen schönen Blick auf das Urnengrab der Mutter. Die Vermieterin, eine häßliche Altersrentnerin, legte wert auf einen sauberen jungen Mann, der es nicht mit den Frauenzimmern hatte und nicht trank. Ab und zu trank Horst jedoch ein Bier, was ihm die Mutter strengstens untersagt hatte. Einmal mußte er 100mal schreiben: "Horst darf solches nicht tun."
Die Jahre vergingen und Horts wurde in seiner Dachstube immer dicker und feister. Dennoch hütete er sich vor dem Lüften. Denn seine Mutter sel. pflegte zu sagen: "Halt dich immer schön warm!"
Ab und zu goß er das Grab der Mutter. "Daß du dich bloß um mein Grab kümmerst!" hatte sie immer gesagt. Horst zog also seine "Friedhofsschuhe" an, nahm die grüne Gießkanne und schnaufte die 6 Stockwerke hinunter.
Bald hatte sich der scheue Horst mit dem Friedhofsgärtner angefreundet. Beide verband die Liebe zur "Friedhofskunde". Oft sprachen sie stundenlang über Grabpflege. Doch dann starb auch dieser, und Horst vereinsamte vollends. Er ging nur noch abends auf den Friedhof und kam manchmal im Morgengrauen zurück.
Eine 86-jährige Mitbewohnerin sagte: "Ich hörte den Herrn Horst immer morgens auf der Treppe. Da hat er meistens mit sich selber gesprochen und mit den Händen gefuchtelt. Ist aber ein anständiger junger Mann, der Herr Horst. Hat nie Weibspersonen mit auf dem Zimmer.
Eines Abends ging Horts wieder auf den Friedhof. Es war schon ziemlich duster. Die ewigen Lichter am Grab spendeten ein dämmeriges Licht. Da plötzlich bemerkte Horst, daß die Urnen über den Gräbern schwebten und sich in einem lustigen Reigen umeinander drehten. Dazu ertöne schauerliche Musik. Es roch nach frischer Erde. Horst fiel auf, daß kein Vogel mehr sang! Da befiel ihn namenloser Schrecken. Auf der Urne der Mutter leuchtete plötzlich eine grüne Leuchtschrift. Horst las die Schrift und erstarrte. Sie lautete: "Bist du auch schön brav gewesen, Bub?" Da packte es Horsten und er stob davon.
Als man später sein Zimmer ausräumte, fand man viele Heftchen pornographischen Inhalts. Die 86-jährige Mitbewohnerin meinte: "Das hätt' ich von dem Herrn Horst nicht gedacht. So ein netter junger Mann, so zurückhaltend und dann diese gräßlichen Heftchen, pfui Teufel!
Horst bekam Haldol und wurde in ein Sanatorium eingeliefert. Dort starb er mit 44 Jahren an Herzverfettung. Die Urnen tanzten nie wieder.
---
R.
Samstag, 10. August 2013
ERSTES EUROPÄISCHES KELTOLOGIE-SYMPOSIUM (FIRST EUROPEAN SYMPOSION IN CELTIC STUDIES)
Ort: Universität Trier
Zeit: 5. - 9. August 2013
Vom 5. bis 9. August 2013 wird an der Universität Trier das Erste Europäische Keltologie-Symposium veranstaltet. Hauptorganisator des Symposiums sind ist das Forum Celtic Studies.
Vorbereitend zu dieser Veranstaltung sind Veranstaltungen der Societas Celtologica Europaea 2009 und 2011.
Das Symposium umfasst alle keltologischen Forschungsgebiete von der Antike bis zur Gegenwart.
Erstes Europ. Keltologie-Symposium (Hompage)
Forum Celtic Studies in Trier (Startseite)
Programm
Ein Interview zum Thema:
Interview Keltologie (DRadio)
Ansprechpartner finden sich im Büro B 18.
In der Nähe befindet sich auch das Zentrum für Altertumswissenschaften (ZAT) mit antiken Ausstellungsgegenständen (eher aus dem griechisch-römischen Bereich).
Zeit: 5. - 9. August 2013
Vom 5. bis 9. August 2013 wird an der Universität Trier das Erste Europäische Keltologie-Symposium veranstaltet. Hauptorganisator des Symposiums sind ist das Forum Celtic Studies.
Vorbereitend zu dieser Veranstaltung sind Veranstaltungen der Societas Celtologica Europaea 2009 und 2011.
Das Symposium umfasst alle keltologischen Forschungsgebiete von der Antike bis zur Gegenwart.
Forum Celtic Studies in Trier (Startseite)
Programm
Ein Interview zum Thema:
Interview Keltologie (DRadio)
Ansprechpartner finden sich im Büro B 18.
In der Nähe befindet sich auch das Zentrum für Altertumswissenschaften (ZAT) mit antiken Ausstellungsgegenständen (eher aus dem griechisch-römischen Bereich).
Sonntag, 4. August 2013
THE JOLLY ROGER (Teil 2)
Bald nach diesen Ereignissen wurde das Schiff des Capt'n in mehrere Gefechte verwickelt und sank. Ein gewisser Long John Silver, ein schmieriges Köchlein, und Israel Hands, ebenso wenig vertauenserweckend, konnten sich retten.
Long John hatte sich mittlerweile selbst zum Capt'n ernannt.
Ein Matrose: Der Kerl ist mir unheimlich, starrt immerzu aufs Meer hinaus.
Ein anderer: Man sagt, er ist einer von Flints Leuten.
Der Ausguck: Land!
Long John: Mr. Hands, machen Sie das Boot klar!
Zu sich selbst: Hoffentlich stimmt die Karte. Der Alte war ein gerissener Hund.
Die Piraten rudern an Land und begeben sich ins Landesinnere. Überall hört man die Geräusche des Dschungels.
Long John: Habt Ihr das gehört, Mr. Hands?
-Vielleicht ein Inselteufel!
Plötzlich kommt eine zerlumpte Gestalt aus dem Gebüsch.
-Nichts tun, großer Master, Ben Dumb guter Christenmensch, Ave Maria, gratia plena...
Long John: Wie kommst du hierher?
-Marooned, armer Ben Dumb marooned (er kichert irre).
Ben Dumb folgt der Expedition mit hopsenden Schritten.
Da stoßen sie auf ein Skelett.
Ben Dumb: Toter Mann, liegt immer nur auf Rücken, nicht sprechen mit armer Ben Dumb.
Mr. Hands: Schweig, Narr!
-Zu Befehl, Mylord.
Ben Dumb streckt dem Skeltett die Zunge raus und tanzt um es herum. Dann greift er nach der Pulle von Israel Hands.
-Armer Ben Dumb will auch trinken, Exzellenz.
Dieser gibt ihm einen Tritt.
-Verschwinde, du Mißgeburt.
-Hilfe, böser Mann schlägt Ben Dumb. Ben Dumb behindert und Brillenträger.
Dann kommen sie an einen abgestorbenen Baum.
Long John: Hier muß es irgendwo sein. He, Kerl!
-Yes, my Emperor?
-Wo müssen wir graben?
-Hier graben, Your Royal Highness.
Die Männer graben eine Kiste aus. Die Kiste ist leer. Ben Dumb kichert.
Long John: Wo ist der Schatz, Kerl?
-Ben Dumb nix wissen. Ben Dumb furchtbar unwissend, your gracious Holiness.
-Siehst du diese Pistole, Kerl?
-Nicht! Schatz in Höhle von armer Ben Dumb.
-Wo wohnst du, Kerl?
-Ben Dumb haben vergessen. Ben Dumb ziemlich blöd.
-Hör zu, du Waldschrat...
-Ben Dumb wohnen Parkerlane 124, London.
-Du Mistker! Du führst uns jetzt zu dir!
-Ben Dumb wollen erst trinken.
-Gebt ihm die Flasche, Mr. Hands!
Ben Dumb trinkt die ganze Flasche aus und fällt um.
-Einen Eimer Wasser, Mr. Hands!
-Hilfe, böse Männer wollen Ben Dumb töten!
Schließlich finden sie die schäbige Behausung von Ben Dumb. Draußen hängt ein Schild: Parkerlane 124, London. Überall liegen Münzen auf dem Boden. Ben Dumb freut sich wie ein Kind.
Was aus ihnen geworden ist: Long John setzte sich zur Ruhe, schrieb Memoiren und widmete sich der Vielweiberei, Israel Hands wurde Prediger und nannte sich jetzt "Bruder Hands" und Ben Dumb trat in London als "Fool of the Island" auf.
---
R.
Bald nach diesen Ereignissen wurde das Schiff des Capt'n in mehrere Gefechte verwickelt und sank. Ein gewisser Long John Silver, ein schmieriges Köchlein, und Israel Hands, ebenso wenig vertauenserweckend, konnten sich retten.
Long John hatte sich mittlerweile selbst zum Capt'n ernannt.
Ein Matrose: Der Kerl ist mir unheimlich, starrt immerzu aufs Meer hinaus.
Ein anderer: Man sagt, er ist einer von Flints Leuten.
Der Ausguck: Land!
Long John: Mr. Hands, machen Sie das Boot klar!
Zu sich selbst: Hoffentlich stimmt die Karte. Der Alte war ein gerissener Hund.
Die Piraten rudern an Land und begeben sich ins Landesinnere. Überall hört man die Geräusche des Dschungels.
Long John: Habt Ihr das gehört, Mr. Hands?
-Vielleicht ein Inselteufel!
Plötzlich kommt eine zerlumpte Gestalt aus dem Gebüsch.
-Nichts tun, großer Master, Ben Dumb guter Christenmensch, Ave Maria, gratia plena...
Long John: Wie kommst du hierher?
-Marooned, armer Ben Dumb marooned (er kichert irre).
Ben Dumb folgt der Expedition mit hopsenden Schritten.
Da stoßen sie auf ein Skelett.
Ben Dumb: Toter Mann, liegt immer nur auf Rücken, nicht sprechen mit armer Ben Dumb.
Mr. Hands: Schweig, Narr!
-Zu Befehl, Mylord.
Ben Dumb streckt dem Skeltett die Zunge raus und tanzt um es herum. Dann greift er nach der Pulle von Israel Hands.
-Armer Ben Dumb will auch trinken, Exzellenz.
Dieser gibt ihm einen Tritt.
-Verschwinde, du Mißgeburt.
-Hilfe, böser Mann schlägt Ben Dumb. Ben Dumb behindert und Brillenträger.
Dann kommen sie an einen abgestorbenen Baum.
Long John: Hier muß es irgendwo sein. He, Kerl!
-Yes, my Emperor?
-Wo müssen wir graben?
-Hier graben, Your Royal Highness.
Die Männer graben eine Kiste aus. Die Kiste ist leer. Ben Dumb kichert.
Long John: Wo ist der Schatz, Kerl?
-Ben Dumb nix wissen. Ben Dumb furchtbar unwissend, your gracious Holiness.
-Siehst du diese Pistole, Kerl?
-Nicht! Schatz in Höhle von armer Ben Dumb.
-Wo wohnst du, Kerl?
-Ben Dumb haben vergessen. Ben Dumb ziemlich blöd.
-Hör zu, du Waldschrat...
-Ben Dumb wohnen Parkerlane 124, London.
-Du Mistker! Du führst uns jetzt zu dir!
-Ben Dumb wollen erst trinken.
-Gebt ihm die Flasche, Mr. Hands!
Ben Dumb trinkt die ganze Flasche aus und fällt um.
-Einen Eimer Wasser, Mr. Hands!
-Hilfe, böse Männer wollen Ben Dumb töten!
Schließlich finden sie die schäbige Behausung von Ben Dumb. Draußen hängt ein Schild: Parkerlane 124, London. Überall liegen Münzen auf dem Boden. Ben Dumb freut sich wie ein Kind.
Was aus ihnen geworden ist: Long John setzte sich zur Ruhe, schrieb Memoiren und widmete sich der Vielweiberei, Israel Hands wurde Prediger und nannte sich jetzt "Bruder Hands" und Ben Dumb trat in London als "Fool of the Island" auf.
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R.
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