Samstag, 10. August 2013

ERSTES EUROPÄISCHES KELTOLOGIE-SYMPOSIUM (FIRST EUROPEAN SYMPOSION IN CELTIC STUDIES)

Ort: Universität Trier
Zeit: 5. - 9. August 2013

Vom 5. bis 9. August 2013 wird an der Universität Trier das Erste Europäische Keltologie-Symposium veranstaltet. Hauptorganisator des Symposiums sind ist das Forum Celtic Studies.
Vorbereitend zu dieser Veranstaltung sind Veranstaltungen der Societas Celtologica Europaea 2009 und 2011.
Das Symposium umfasst alle keltologischen Forschungsgebiete von der Antike bis zur Gegenwart.

Erstes Europ. Keltologie-Symposium (Hompage)
Forum Celtic Studies in Trier (Startseite)
Programm

Ein Interview zum Thema:

Interview Keltologie (DRadio)

Ansprechpartner finden sich im Büro B 18.

In der Nähe befindet sich auch das Zentrum für Altertumswissenschaften (ZAT) mit antiken Ausstellungsgegenständen (eher aus dem griechisch-römischen Bereich).





Sonntag, 4. August 2013

THE JOLLY ROGER (Teil 2)

Bald nach diesen Ereignissen wurde das Schiff des Capt'n in mehrere Gefechte verwickelt und sank. Ein gewisser Long John Silver, ein schmieriges Köchlein, und Israel Hands, ebenso wenig vertauenserweckend, konnten sich retten.
Long John hatte sich mittlerweile selbst zum Capt'n ernannt.
Ein Matrose: Der Kerl ist mir unheimlich, starrt immerzu aufs Meer hinaus.
Ein anderer: Man sagt, er ist einer von Flints Leuten.
Der Ausguck: Land!
Long John: Mr. Hands, machen Sie das Boot klar!
Zu sich selbst: Hoffentlich stimmt die Karte. Der Alte war ein gerissener Hund.
Die Piraten rudern an Land und begeben sich ins Landesinnere. Überall hört man die Geräusche des Dschungels.
Long John: Habt Ihr das gehört, Mr. Hands?
-Vielleicht ein Inselteufel!
Plötzlich kommt eine zerlumpte Gestalt aus dem Gebüsch.
-Nichts tun, großer Master, Ben Dumb guter Christenmensch, Ave Maria, gratia plena...
Long John: Wie kommst du hierher?
-Marooned, armer Ben Dumb marooned (er kichert irre).
Ben Dumb folgt der Expedition mit hopsenden Schritten.
Da stoßen sie auf ein Skelett.
Ben Dumb: Toter Mann, liegt immer nur auf Rücken, nicht sprechen mit armer Ben Dumb.
Mr. Hands: Schweig, Narr!
-Zu Befehl, Mylord.
Ben Dumb streckt dem Skeltett die Zunge raus und tanzt um es herum. Dann greift er nach der Pulle von Israel Hands.
-Armer Ben Dumb will auch trinken, Exzellenz.
Dieser gibt ihm einen Tritt.
-Verschwinde, du Mißgeburt.
-Hilfe, böser Mann schlägt Ben Dumb. Ben Dumb behindert und Brillenträger.
Dann kommen sie an einen abgestorbenen Baum.
Long John: Hier muß es irgendwo sein. He, Kerl!
-Yes, my Emperor?
-Wo müssen wir graben?
-Hier graben, Your Royal Highness.
Die Männer graben eine Kiste aus. Die Kiste ist leer. Ben Dumb kichert.
Long John: Wo ist der Schatz, Kerl?
-Ben Dumb nix wissen. Ben Dumb furchtbar unwissend, your gracious Holiness.
-Siehst du diese Pistole, Kerl?
-Nicht! Schatz in Höhle von armer Ben Dumb.
-Wo wohnst du, Kerl?
-Ben Dumb haben vergessen. Ben Dumb ziemlich blöd.
-Hör zu, du Waldschrat...
-Ben Dumb wohnen Parkerlane 124, London.
-Du Mistker! Du führst uns jetzt zu dir!
-Ben Dumb wollen erst trinken.
-Gebt ihm die Flasche, Mr. Hands!
Ben Dumb trinkt die ganze Flasche aus und fällt um.
-Einen Eimer Wasser, Mr. Hands!
-Hilfe, böse Männer wollen Ben Dumb töten!
Schließlich finden sie die schäbige Behausung von Ben Dumb. Draußen hängt ein Schild: Parkerlane 124, London. Überall liegen Münzen auf dem Boden. Ben Dumb freut sich wie ein Kind.
Was aus ihnen geworden ist: Long John setzte sich zur Ruhe, schrieb Memoiren und widmete sich der Vielweiberei, Israel Hands wurde Prediger und nannte sich jetzt "Bruder Hands" und Ben Dumb trat in London als "Fool of the Island" auf.
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R.
THE JOLLY ROGER (Teil 1)

Wir schreiben das Jahr 1754. Die Weltmeere werden von Piraten und Freibeutern beherrscht. Nichts ist vor ihnen sicher.
Ein friedliches Handelsschiff kreuzt vor Hispaniola unter dem Kommando von Sir Edward Figgis, der als sehr steif und langweilig gilt. An Bord befindet sich seine Tochter Lady Eleonora. Die Ärmste soll nach Bosten ins Internat und anschließend mit einem reichen, alten und feisten Plantagenbesitzer verheiratet werden, der ebenso als besonders langweilig gilt. Alles andere als rosige Aussichten für ein junges Mädchen, das noch Ideale hat und an die Liebe glaubt.
An Bord geht alles seinen gewohnten Gang.
Sir Edward: Die Gewässer hier sind sicher dank Ihrer Majestät Marine. Kein Pirat weit und breit.
Lady Eleonora: Oh, Vater, ich finde die Piraten so aufregend...sie sind so frei...und tollkühn, nicht so wie mein künftiger Mann.
-Schweig, dummes Ding! Du weißt nicht, wovon du redest.
-Vor allem dieser Capt'n Flint. Ein toller Mann, ein Draufgänger, so verwegen...ein exzellenter Fechter...
-In Bosten werden sie dir diese Flausen schon austreiben.
Lady Eleonora zum Bordpfarrer: Wäret Ihr nicht auch gern Pirat, Reverend?
Der Bordpfarrer: Nun, mein Kind, darüber habe ich noch nicht nachgedacht.
Die Lage ist also mißlich für Lady Eleonora. Doch manchmal erbarmt sich das Schicksal mit den Guten.
Da erschallt ein Ruf im Ausguck:
-Schiff steuerbord, ahoi!
Sir Edward: Welche Flagge?
Der Ausguck: Die Englische.
Sir Edward: Auf unsere Marine ist immer Verlaß.
Der Ausguck: Sie ziehen die Fahne wieder ein...sie hissen eine neue...eine schwarze...den Jolly Roger!
Der Bordfarrer: Nun, da das Ende nah...
Lady Eleonora: Wie aufregend, endlich passiert etwas auf dieser langweiligen Reise.
An Bord herrscht nun allgemeines Chaos und Verzagtheit. Viele machen ihr Testament. Doch werfen wir einen Blick auf das andere Schiff. Da steht Capt'n Flint, prächtig angezogen mit Brokatweste und schwarzem Hut mit lila Band. Hinter ihm seine fröhliche Mannschaft, allesamt etwas merkwürdig.
Die Piraten stürmen das Schiff. Keiner wehrt sich!
Capt'n Flint: Nun, zur Feier unseres Sieges über die englische Marine Rum für alle! Die junge Lady folgt mir in die Offiziersmesse, wir wollen auf uns trinken und uns kennenlernen. Euer Vater hat übrigens einen guten Geschmack. Ausgezeichnet, der Rum!
Unterwegs trifft der Capt'n den Bordpfarrer, der völlig verängstigt ist.
-Sieh da, ein Pfäfflein! Meine Männer brauchen viel geistlichen Trost, Hochwürden. Es sind allesamt sehr sensible Menschen. Das Leben war sehr hart zu Ihnen, und alle sind sie große Sünder vor dem Herrn.
-Nun, mein Sohn, ich bin da, wo es gilt die Sünde und das Laster zu bekämpfen...
-Dann seid Ihr ja bei uns goldrichtig.
-Aber wenn man bedenkt, daß man sich mitschuldig macht...
-Ich zahle in klingender Münze!
-Ich bin Euer Mann, Capt'n.
-Ich wußte, daß Ihr ein vernünftiger Mann seid, Reverend.
-Gott schütze Euch, Capt'n, und vernichte die Engländer! Amen!
-Immer schön langsam, Reverend. Die brauchen wir noch, um sie auszurauben.-Rum für den Reverend, Gott kämpft jetzt auf unserer Seite.
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Sir R.

Dienstag, 30. Juli 2013

BLANCHE (3)

In der Festung. Le Vieux verhört Antoine de Fleur.
-Gesteht, Kerl, daß Ihr meine Tochter rauben wolltet.
-Was für eine Tochter?
-Blanche.
-Nie gehört.
(...)
-He, Zellenmeister, wie wär's mit 'nem kleinen Spielchen.
-Um was spielen wir?
-Um meinen Degen!
-Gute Idee, ein schönes Stück.
Antoine de Fleur, einer der größten Falschspieler seiner Zeit, gewinnt natürlich. Er nimmt den Degen und setzt ihn dem Kerkermeister an die Kehle.
-Die Schlüssel, Wurm! Und merke Dir! Spiele nie wieder mit einem Genie!
Auf der Flucht sticht De Fleur dem Gärtner ins Bein, den er für einen Häscher hält.
(...)
De Bergerac ist die ganze Nacht durchgeritten und hat die Häscher in die Irre geführt. In einem Gasthof macht er halt.
Ein Gast: Man sagt, de Bergerac wolle die Tochter von Le Vieux entführen.
Ein anderer Gast: Wißt Ihr, wie er aussieht?
-Er ist groß, trägt einen Degen und riecht nach Parfüm.
De Bergerac sitzt in der Ecke der Keipe, den Hut ins Gesicht gezogen.
-Sagt, Wirt, hat er eine Tochter?
-Ja, Sire.
-Dann bring er sie mir. Und stell er mir keine dummen Fragen. Wir langweilen uns nicht gerne.
Die Tochter kommt.
-Du bist also das schöne Kind, das uns heute nacht unterhalten wird.
-Wenn Ihr es wünscht, Herr.
-Siehst du, Kerl, deine Tochter hat mehr Verstand als du.
(...)
Am nächsten Morgen begibt sich de Bergerac zum Quartier von Louis d' Hautevolee. Im Hof steht sein Pferd, das Unsummen gekostet hat. Auf dem Sattel steht eingraviert: Hinz und Kunz können sich das nicht leisten.
-Na, de Bergerac, wieder mal Ärger mit Le Vieux. Was gibt's denn diesmal: Überfall, Tochter befreien...sehr gefährlich, nehmt lieber diese hier!
-Ihr wißt, mon ami, daß ich in meinem tieftsten Inneren nur die Jungfer Blanche liebe...
-Ihr redet wie ein Poet. Ich bin gerührt. Macht es wie ich: Wein, Frauen, teure Pferde.
-Aber die Liebe...
-Sentimentaler Narr, der Ihr seid!
-Wollt Ihr also kneifen?
-Ich, Louis d' Hautevolee, niemals!
-Bon, ich habe einen Plan.
-Und der wäre?
-Wir gehen hin, treten die Tür ein, stechen die Wächter nieder und verschwinden mit Blanche.
(...)
Zwei Reiter stehen vor der Festung.
D' Hautevolee:
-Was tun, sprach Zeus?
De Bergerac:
-Gekommen bin ich zu befreien-die Jungfer Blanche-aus des Tyrannen graus'gen Fängen...
Ein Wächter:
-Habt Ihr das öfters?
-De Bergerac geheißen-bei Freund beliebt-bei Feind gefürcht'-Poet und Musketier, wenn es beliebt...
D' Hautevolee:
-Schweigt endlich, Narr!
-So laßt mich nun verrichten, was mir mein Herz gebeut...gebt also frei, den Weg...auf daß ich schreite zu befrei'n mein Glück aus der Ummauerung Umarmung...doch weigert ihr's, so weiß ich wohl, Pistol' und Degen zu gebrauchen...
-Was meint Euer armer Freund!
-Wir wollen Blanche, Cretin!
(...)
Der Rest ist schnell erzählt. D' Hautevolee schlägt den Wächter nieder. Unsere beiden Helden stürmen zur Zelle von Blanche. D' Hautevolee, ein Mann der Praxis, tritt die Tür ein. De Bergerac erteilt einigen Wächtern Fechtunterricht:
-Seht Ihr, so müßt Ihr das machen, Parade-Riposte...
Blanche tritt aus der Zelle:
-Francois, Ihr?
-Francois bin ich gewesen, von nun an, Michel de Bergerac, Poet und Musketier, wenn es beliebt.
Blanche fällt in Ohnmacht.
D' Hautevolee, wie gesagt ein Mann der Praxis, wirft sich Blanche über die Schulter.
-Tödelt nicht rum, de Bergerac, Ihr braucht immer so lange für alles.
Er wirft einige Münzen vor die restlichen Schergen, die de Bergerac mit dem Degen auf Distanz hält. Diese balgen sich um die Münzen.
-Seht Ihr, de Bergerac, mit Geld erreicht man alles.
-Geld verdirbt den Charakter.
-Wie man sieht.
Dann fliehen die beiden Musketiere mit Blanche aus der Festung. De Bergerac haut mit dem Degen um sich.
Draußen wartet schon Heloise und d' Hautevolees sündhaft teures Pferd. D' Hautevolee legt Blanche quer über das Pferd. Dann preschen unsere Freunde los, eine Staubwolke hinterlassend.
De Bergerac:
-Ich werde ein Epos schreiben: La bataille de...
-Schweigt, Ihr Narr!
Was aus ihnen geworden ist:
De Bergerac heiratete Blanche und schrieb Gedichte und verarmte noch mehr. D' Hautevolee eröffnete einen exklusiven Salon. Über dem Eingang stand: Hinz und Kunz kommen hier nicht rein.
Antoine heiratete die Schwester von Blanche und überlegte, ob er Le Vieux besser erstechen oder erschießen sollte.
Le Vieux wurde schließlich abgesetzt und in Rente geschickt. (Man ist ja nicht nachtagend...oder doch?)
Eines Tages wurde Le Vieux an der Friedhofsmauer mit einem kleinen Einstich gefunden...
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R
BLANCHE (2)

Eine Wiese, ein Tisch mit köstlichen Speisen, Rotweinlaschen, eine ist umgefallen, darüber ein Sonnensegel, ein Schminktisch, Puderdosen. Michel de Bergerac macht sich vor dem Spiegel zurecht. Sein Hemd ist voller Rotweinflecken. Wir sehen de Bergerac bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Frauen und Wein. Eine vollbusige Magd schenkt ihm nach. Sein Degen steckt in der Wiese und bewegt sich im Wind. Er grabscht vergeblich nach der Magd.
-Aber Sire!
De Bergerac rappelt sich hoch, stolpert über seinen Degen und flucht.
-Mehr Wein, Weib!
Da taucht ein Reiter auf. Es ist Antoine de Fleur. Er hält de Bergerac eine Flasche Wein hin.
-Schaut mal, was ich da hab'! Reserve du Roi.
-Wo habt Ihr den her?
-Habe gestern einen Transport von Le Vieux überfallen. Es gab Tote.
-Und?
-Hört, de Bergerac, das Volk leidet, und Ihr freßt und sauft.
-Das Volk kann mich mal!
-Nun, wenn Euch das nicht rührt....Le Vieux hat die Jungfer Blanche auf die Festung bringen lassen. Beeilt Euch, de Bergerac, Ihr braucht immer so lange!
-Mein Degen, mein Schminkzeug, die Bürsten, bin gleich soweit.
Sie preschen los. Da tauchen in ihrem Rücken die Häscher von Le Vieux auf.
-Ich habe einen genialen Plan, de Fleur. Ihr reitet nach Osten, ich nach Westen.
-Ihr seid wahrlich ein Genie, de Bergerac!
Dummerweise folgen alle Häscher de Fleur.
-Armer de Fleur, er hat immer so viel Pech!
(...)
Am Abend kommt de Bergerac an einem einsamen Gehöft an.
-Heda, Wirt, Wein, was zu essen, Deine Tochter, schnell!
-Aber Sire, sie ist noch so jung.
-Sieht er diesen Degen, Kerl?
Der Wirt holt dienstbeflissen die Tochter.
-Verschwinde, wir wollen alleine sein!
De Bergerac war ein großer Zecher vor dem Herrn, der allerdings nie bezahlte.

Am nächsten Morgen wacht de Bergerac verkatert auf. Die Sonne scheint durchs Fenster. Er liegt mit Stiefeln im Bett. Neben ihm die Tochter des Wirts. Von draußen tönt es:
-De Bergerac, wir wissen, daß Ihr da drinnen seid. Das Haus ist umstellt. Euer Spiel ist aus!
Er geht ans Fenster:
-Ha, ihr Knechte, ihr glaubt, mich fangen zu können, mich Michel de Bergerac?
-Wir haben Euren Spießgesellen Antoine. Er sitzt in der Festung. Ergebt Euch!
-Niemals!
Schüsse fallen. Die Tochter des Wirts kreischt.
-Still, Weib!
Die Häscher dringen ins Haus ein. De Bergerac schießt. Einer fällt zu Boden.
-Ha, nur noch 5!
Die anderen stürmen die Treppe hoch. De Bergerac wirft den Nachttopf nach ihnen.
-Nehmt das.!
Ein weiterer Häscher nähert sich. De Bergerac macht eine Finte, einen Ausfall und sticht zu.
-Nur noch 3!
-4!
-Stimmt, 4!
De Bergerac tut nun das einzig Vernünftige, wenn es brenzlig wird: er türmt. Er stürmt ins Schlafgemach zurück und klettert aus dem Fenster. Die Tochter des Wirts kreischt wieder.
-Still, dummes Weib!
Er pfeift, und da kommt schon sein treues, intelligentes Pferd Heloise. Er schwingt sich in den Sattel.
-Opp, opp, ma chère!
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R.

BLANCHE (1)

Wir schreiben das Jahr 1666. Die Gascogne wird von einem unnachgiebigen Zwingherren beherrscht: sein Name ist Le Vieux. Das Volk zittert und darbt, doch drei aufrechte Musketiere leisten Widerstand und beugen sich nicht der Tyrannei. Es sind Michel de Bergerac, Antoine de Fleur und Louis d' Hautevolee. Überall hängen Steckbriefe von ihnen, doch da sie gut mit Pistole und Degen umgehen können, konnte man sie bisher nicht fassen.

Ein gepflegter Park. Orangenbäume, Statuen. Blanche, die Tochter von Le Vieux und Michel de Bergerac flannieren.
-Seid die Meine, Blanche!
(Er stolpert über seinen Degen.)
-Das geht nicht, Francois. Ihr seid verarmter Nichtadel und ich die Tochter des mächtigen Le Vieux. Außerdem seid Ihr kein Held wie-Michel de Bergerac. Der hat keine Angst. Er würde sich sogar hierher trauen, in die Höhle des Löwen...aber Ihr, Francois, Ihr beliebt zu scherzen.
-Sagt, Blanche, kennt Ihr de Bergerac?
-Nein, noch niemand hat ihn gesehen. Er muß groß sein und heroisch...
-Würdet Ihr ihn gern kennenlernen?
-Kennt Ihr ihn etwa?
-Nun ja...flüchtig, ein wenig...er ist sehr geheimnisvoll.
-Was gäbe ich, ihn kennenzulernen!
-Ihr werdet ihn kennenlernen.
-Ihr treibt Euer Spiel mit mir, Francois, und verspottet eine arme Jungfer. Doch seht, da kommt ja mein Vater!
-Ich muß dringend gehen, Blanche. Lebt wohl.
Mit diesen Worten schwingt sich de Bergerac über eine Gartenmauer. Dahinter steht Heloise, sein intelligentes Pferd. Am Schweif trägt es ein hellblaues Schleifchen. De Bergerac springt in den Sattel und prescht davon.
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R.

Donnerstag, 2. Mai 2013

EL SILENCIO: TEIL 3

El Silencio reitet zwei Tage und zwei Nächte. Das sind soviel wie zwei Nächte und zwei Tage. Oder ein Tag, eine Nacht, noch ein Tag und noch eine Nacht.
Los Olvidados, Hauptstraße, der Ort ist menschenleer, brütende Hitze. El Silencio reitet direkt zum Rathaus. Die Tür ist verrammelt. Eine Standardsituation für El Silencio. Er befestigt ein Seil an der Tür und an seinem Sattelknauf, reitet an und die Tür ist auf. An der Tür hängt ein Schild. Bitte warten, bis Sie aufgerufen werden. Dann einzeln eintreten!
Drinnen sitzt bibbernd hinter dem Schreibtisch der Alcalde. An der bröckeligen Wand ein ekliges Bild des feisten Gouverneurs. Darunter steht: Unserem lieber Gouverneur und Wohltäter.
El Silencio schießt das Bild von der Wand.
-Wo wohnt Don Jorge, Kerl?
-Nix wisse, Senor Pistolero...
-Ich zähle bis drei...eins...
-Mir jetzt wieder einfalle, Senor.
Der Alcalde muß El Silencio zur Farm von Don Jorge führen. El Silencio hat das Gewehr im Anschlag. Vor der Farm steht hinter einem Baum El Loco, genannt Cretino. Er hat eine Mistgabel in der Hand und stößt Laute aus wie "brrr".
El Silencio gibt ihm einen Tritt.
-Hilfe, böse Mann, wolle El Loco töten!
Dann kommen sie an einem Schild vorbei: Esperanza. Proprietor. Don Jorge.
Don Jorge schläft in einer Hängematte. Er ist unrasiert und trägt wie immer ein schmutziges Hemd.
El Silencio stößt ihn mit dem Gewehrlauf an.
-Ah, Ihr seid es.
Schnell wird man sich einig:
-Auf welchen Namen soll ich den Scheck ausstellen?
-Diego Miguel Fernando Emilio de Navarra.
-Fsagt, hiefßt Ihr nicht irgendwie anderfs...?
Am nächsten Morgen hält Don Jorge eine Rede:
-Kameraden, wir fstehen hier an einem hifstorischen Wendepunkt...wir müfssen eine Revolucion machen! Nieder mit dem fetten Vigez! Viva, Mechiko!
Ihr, Martinez, werdet Colonello...alfso fschön, General. Du El Loco, genannt Cretino, wirst Capitan, ifst dafs nicht fschön, fso viele Offiziere? Und alle bereit, für Mechiko fzu fsterben!
Am nächsten Tag lagern die "Truppen" von Don Jorge vor dem Palast des dicken Don Vigez.
-Männer, wir fstehen vor einem entfscheidenden Fsieg. Wir haben aber noch ein Problem. Wir haben nämlich noch keinen Plan. Was meint Ihr, Capitan Loco?
-Brrr...
-Äh, nun gut, fschon mal ein Anfang.
-Martinez?
Er lacht schallend.
-Und Ihr, El Silencio, Ihr seid schließlich Marfschallo.
-Dynamit. Das Tor aufsprengen.
Martinez: Aber das ist doch eh baufällig. Das könnte ein Invalide eintreten.
-Fsweigt, der Plan ifst genial und könnte von mir fstammen. Wir fsprengen alfso dafs Tor und Ihr, Marschallo, fstürmt mit einem Sftofßtrupp dafs Innere und sfmeißt Dynamit. Dafs ifst auch genial. Ich fstürme dann, wenn die Gefahr vorüber ifst. Ihr, Marfschallo, habt die Ehre unter den erfsten Gefallenen fzu fsein. Ihr fseid ein Kriegfsheld und ward ein guter Kamerad. Viva Mechiko!
El Cretino bläst nun auf der Trompete "Die Belagerung von Alamo". Es klingt schauerlich.
Gesagt, getan. Die "Truppe" stürmt, es gibt Detonationen.
-Dafs ifst der Fsieg! Gebt ihnen Fsaueres, den Fsweinen!
El Loco ruft aus: Es lebe Presidente Don Silencio!
-Fsweig, Idiot, Prefsident werde ich!
Er gibt ihm einen Tritt.
El Loco schreit: -Hilfe, ich bin behindert! Man schlägt einen Behinderten!
Dann wälzt er sich auf dem Boden und zappelt.
-Legt den Idioten in Ketten, Fsmirez. Ihr werdet Capitan.
-Aber Majestät, zuviel der Ehre...
Dann führt man Don Vigez und ein paar zerlumpte Gestalten vor.
-Euer Fspiel ifst aufs. Ihr kommt vor ein Miltätgericht, Vigefz.
Bei dem Tribunal führt Schmirez, der Koch, die Verteidigung. Da es sich um einen aussichtslosen Fall handle, wolle er diese sogleich wieder niederlegen. Als Zeuge tritt El Loco auf. Er faselt davon, daß der Gouverneur etwas gegen Behinderte habe. Er, El Loco, sei schließlich ein Behinderter. Dann hüpft er aus dem Saal und schneidet Fratzen. Das Publikum klatscht.
Don Vigez wird zu 10 Jahren Mandarinenpflücken verurteilt.
Dann hält Don Jorge von einem Balkon aus seine Antrittsrede. El Loco winkt mit einem Fähnchen und macht Gesichter.
-Liebe Landfsleute, wir haben gefsiegt. Efs war ein fswerer Kampf, denn der Feind war übermächtig und voller Hinterlifst. Ich verfspreche euch: Allefs wird befsser! Alfs erfstefs werden die Fzeitungen abgefschafft, die verbreiten eh nur Lügen. Fzweitenfs braucht ihr nie wieder zur Wahl fzu gehen, die war fsowiefso immer manipuliert. Aufßerdem bin ich jetzt euer geliebter Präfsident, der für euch denkt. Drittenfs: wir müfssen mehr Fsteuern fzahlen, um aufzurüfsten. Ihr wollt doch nicht, dafß fso ein böfser, böfser Präfsident an die Macht kommt...?
Und so endete der Aufstand von 1848. Wieder einmal hatte die Gerechtigkeit gesiegt.
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The SIR