Dienstag, 30. September 2014

DIE VERRÜCKTE WELT DER TACHYONEN


Die theoretische Physik schließt heute eine ZEITUMKEHR nicht mehr völlig aus. Die spezielle Relativitätstheorie lehrt: Bewegt sich ein Körper schneller als das Licht, reist er in der Zeit zurück (er ist "zeitlich rückläufig"). Das Licht bewegt sich mit 300 000 km/ sec. Dies ist eine Grenzgeschwindigkeit.  Wir haben gelernt, daß nichts schneller als das Licht sein kann. Die Physiker postulieren jedoch Teilchen, die noch schneller sind. Diese werden Tachyonen genannt.
Mit Tachyonen kann man sogar Nachrichten übermitteln. Das funktioniert etwa so:
A schickt B eine tachyonische Nachricht um-sagen wir O Uhr 30, was ein wenig spät ist. Wenn sich nun die Tachyonen  mächtig beeilen, dann kommen sie bei B beispielsweise um 23 Uhr an. Zu der Zeit kann man gerade noch anrufen. Was heißt das nun? B kriegt die Nachricht, bevor sie abgeschickt wurde. Er wird außerdem von einem Ereignis informiert, was noch gar nicht stattgefunden hat. B blickt also in die Zukunft. Das bekommt übrigens nicht jedem! B schickt nun die Nachricht wieder an A zurück, wo sie um 21 Uhr 30 ankommt. A erhält also seine Nachricht 3 Stunden, bevor er sie abgeschickt hat.
In der Welt der Tachyonen ist alles auf den Kopf gestellt. Das Wenn-dann-Schema wird in ein Dann-wenn-Schema umgewandelt, Antworten kommen vor den Fragen.
Die Physiker haben herausgefunden: TACHYONISCHE EXPERIMENTE FUNKTIONIEREN NICHT!
Physiker kann man also bis max. Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, was auch nicht gerade gut für die Gesundheit sein soll.
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Nach PAUL WATZLAWICK: WIE WIRKLICH IST DIE WIRKLICHKEIT? (In der tachyonischen Welt erscheint das Buch von P. Watzlawick, bevor er es geschrieben hat. Ich kann dann also sein noch nicht geschriebenes Buch lesen und ihm schreiben, wie es mir gefallen hat. Vielleicht schreibt er bei Nichtgefallen sein Buch nicht. Dann habe ich ein noch nicht geschriebenes Buch gelesen, das überdies niemals geschrieben werden wird. By the way: Kosten noch nicht geschriebene Bücher Geld?---
Wie wirklich ist übrigens P. W.?---

Sonntag, 14. September 2014

ZWEI UNGEWOLLT AMÜSANTE APHORISMEN VON FREUND NIETZSCHE

1.) "Und andere gibt es, die sind gleich Alltags-Uhren, die aufgezogen werden; sie machen ihr Ticktack und wollen, daß man Ticktack Tugend heiße."
2.) "Und wiederum gibt es solche, die sitzen in ihrem Sumpfe und reden also heraus aus dem Schilfrohr: Tugend-das ist still im Sumpfe sitzen."
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Also: Nicht im Sumpf sitzen!

Donnerstag, 4. September 2014

RÖMISCHE FRÜHGESCHICHTE (ERNST)-TARQUINIUS, DER LETZTE KÖNIG MACHT DEN ABGANG (WENIGER ERNST)


ZUVOR ETWAS LATEIN UND "QUELLENSTUDIUM":
(AUS ALTEN LATEINBÜCHERN)
Imperium Romanum (Das römische Reich) plus duodecim saecula duravit (dauerte mehr als 12 Jahrhunderte). Viri docti (Gelehrte Männer (wie ich; ridere licet) tria historiae Romanae spatia constituunt (legten drei Zeiträume der römischen Geschichte fest). Primum spatium (Der erste Zeitraum) ab urbe condita (von der "gegründeten" Stadt an; von Gründung der Stadt an), i. e. (id est=d.h.) ab anno septingentesimo quinquagesimo tertio (vom 753 Jahr), ad annum quingentesimum decimum pertinet (geht bis zum 510. Jahr). Ducentos quadraginta tres annos (243 Jahre lang) regnes regnaverunt (regierten Könige), civitatem legibus confirmaverunt (sie festigten den Staat durch Gesetze), fines ad quintum decimum miliarium promoverunt (und sie erweiterten die Grenzen bis zum 15. Meilenstein; schoben die Grenzen...vor).

UND JETZT SCHICKEN DIE RÖMER DEN TARQUINIUS IN DIE WÜSTE:
Denique, cum (Als; weil schließlich; zuletzt) septimi regis superbia (der Hochmut des 7. Königs; die Arroganz) populo displiceret (dem Volke mißfiel), Romani Tarquinium Superbum in exilium miserunt (schickten die Römer Tarquinius Superbus ins Exil; in die Verbannung) et liberam rem publicam constituerunt (und errichteten einen freien Staat) / (anno a. Chr. n. DX (im Jahre 510 vor Christi Geburt).
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JOACHIM FERNAU schreibt über den Sturz des TARQUINIUS SUPERBUS:
"Der schlagende Beweis für den Hochmut dieses Mannes soll eine gewisse rustikale Sex-Affäre gewesen sein...Ansonsten ist vierundzwanzig Jahre lang nichts von ihm bekannt.
Im fünfundzwanzigsten allerdings ereignete sich dafür etwas umso Sensationelleres: Die Monarchie wurde gestürzt, TARQUINIUS SUPERBUS vertrieben.
Das hatte er nun von seinem Hochmut!
Das Jahr, in dem dieses Ereignis stattgefunden haben soll, war angeblich 510 v. Chr....Die Begründung ist denkbar einleuchtend: Der Umsturz-TARQUINIUS war Etrusker- muß mit dem Zusammenbruch der Macht des etruskischen Bundes zusammengefallen sein. Denn-und das ist nun eine arge Enttäuschung für jeden braven Demokraten-die Römer wollten sich gar nicht von der Monarchie befreien, sondern von der Fremdherrschaft. Die Etrusker wollten sie lossein...TARQUINIUS wurde weder gefangen noch getötet. Eine Abwesenheit von Rom? Wahrscheinlich. Es sieht so aus, als hätten sie dem König bei seiner Rückkehr einfach die Tür nicht mehr aufgemacht."
JOACHIM FERNAU: CAESAR LÄSST GRÜSSEN, DIE GESCHICHTE DER RÖMER, Ullstein, Frankfurt, Berlin 1991, S. 26 f.
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Der Sturz des TARQUINIUS war ein Akt der Selbstbefreiung. Es ist menschlich durchaus verständlich, daß man alte Strukturen und miefige Autoritäten nach einer gewissen Zeit loswerden will. Wie heißt es doch so schön: Öfter mal was Neues!
TARQUINIUS war ein Auslaufmodell, ohne es bemerkt zu haben. Auch hatte er die Zeichen der Zeit nicht erkannt.  Ganz klar: Die Römer wollten sich die Etrusker vom Hals schaffen (Fremdherrschaft ist eben nicht lustig, es sei denn man ist der Fremdherrscher) und mit ihnen -und da muß ich Mr. Fernau widersprechen- die ungeliebte Regierungsform. Letzeres geschah aber nicht aus hehren, idealistischen Gründen, sondern vielmehr weil die Alleinherrschaft, die an sich eine praktische Sache ist (ich wäre gern Alleinherrscher, aber dies nur nebenbei), dem Machtstreben der römischen Führungsschicht im Wege stand. Die wollten halt auch mal herrschen (durchaus verständlich).
Also, kam der "arme" TARQUINIUS dermaleinst von einer Dienstreise zurück und fand am Stadttor ein Schild mit der Aufschrift "Wir müssen leider draußen bleiben" oder "chiuso per ferie" oder so ähnlich (das Schild ist leider nicht mehr erhalten). Da sagte sich TARQUINIUS: "O. k., geh' ich halt mal in Frührente. Rentner ist auch ein schöner Beruf, da hat man viel Zeit. Hasta la vista, ihr Blödmänner, macht euren Job allein und seht selber zu, wie ihr zurechtkommt!" Abite ad malam partem=geht zum Teufel!- Valete! Ciao, ciao!
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Senator Opulentus Maximus

Samstag, 30. August 2014

HOW TO BECOME 120 YEARS!

Ein versoffener Ire wurde 120 Jahre. Auf seinem Grabstein konnte man dies lesen:
"Der Whisky hat mein Aussehen so gräßlich verunstaltet, daß sich selbst der Tod vor Furcht ferngehalten hat."
Gefunden bei: JOHANNES VON BUTTLAR, DIE WÄCHTER VON EDEN, München 1993 (W. Heyne Verlag), S. 195 f.
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In Irland sagt man, daß die Realität eine Illusion sei, die aufgrund eines Mangels an Alkohol entstünde.
(Skol!)

TRÄGHEIT DER MATERIE

Nach Meinung der traditionellen Physik ist Trägheit eine grundlegende Eigenschaft der Materie. Fleischgewordener Beweis dieses Gesetzes ist meine dicke Nachbarin. Der Dichter OVID würde sagen: "rudis indigestaque moles" (eine rohe, gestaltlose Masse). Siehe auch Metamorphosen I, 7.
Vulgärerweise hat die Dicke einen ebenso dicken Sohn produziert ("nec quicquam nisi pondus iners"=nichts als träges Gewicht).
Der sensible Aesthet wendet sich ab mit Grausen. Erschüttert ist sein Glaube an die Schönheit der Welt.

GEILER VON KAISERSBERG (+1510) WETTERT GEGEN DIE HÄNDLER

Der Straßburger Prediger Johannes Geiler hielt anscheinend nicht viel von der Spezies der "Koofmichs". "Stets zornig" schimpfte er über sie. Er hielt ihnen vor, daß sie Schuld am Luxus hätten und daß sie "wilde Fetzen" ins Land brächten:
"Sint insonderheit Kauffmannsöhn, die meinen, sie wären Alles weil ihre Väter geld hant, die auff den Straßen stolziren in Kleidunge noch närrischer als die Weiber. Siehest du nit, wie sie sich das Haar büffen und ferben und das gesichte einschmieren?"
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Gefunden bei: S. FISCHER-FABIAN: DER JÜNGSTE TAG: DIE DEUTSCHEN IM SPÄTEN MITTELALTER, Knaur, München 1988, S. 115.-

Samstag, 2. August 2014

KARL MAY: DER FÄRBER BOSCHAK

In KARL MAYS Roman "IN DEN SCHLUCHTEN DES BALKAN" kommen eine Reihe wunderlicher "characters" vor. Eine davon ist der Färber BOSCHAK. Dieser übt gleich mehrere Berufe aus, denn er ist Färber, Bäcker und Schmuggler zugleich. Ein Gefangener von KARA BEN NEMSI beruft sich auf ihn. Daher beschließt er, BOSCHAK aufzusuchen, um an wichtige Informationen heranzukommen. Vorher erkundigt er sich über BOSCHAK bei SCHIMIN, dem Schmied:
"...Wie ich hörte, kennst du den Färber, von dem er sprach? Was für ein Mann ist das?"-"Ein dicker, runder Faulpelz." Das war eine eigentümliche Antwort. Der Färber war Boschak genannt worden und boschak heißt träge, faul. Es war wohl ein Spitzname. Ich erkundigte mich weiter: "Ist er wohlhabend?"-"Nein, eben weil er faul ist. Er ist übrigens nicht nur Färber, sondern auch Bäcker."-"Ist er als Bäcker fleißiger?"-"Nein. Sein Haus fällt beinah ein. Seine Frau hat den Backofen gebaut, sie hat den Backtrog zusammengenagelt und sie schafft auch das Backwerk zu den Kunden."-"So bäckt sie wohl auch selbst?"-"Ja, das tut sie."-"Und färbt auch selber?"-"Allerdings."-"Was tut denn der Mann?"-"Er ißt, trinkt, raucht und hält seinen Kef (Mittagsschlaf?)."-"Dann ist es kein Wunder, wenn er arm bleibt. Nicht wahr, er wohnt in Dschnibaschlü?"-"Ja, Effendi."-"Ein Dorf?"-"Ein ziemlich großes Dorf."-"Wie weit von hier?"-"Zwei Stunden zu Pferd. Sobald man durch unser Koschikawak hindurch ist, geht man auf der Brücke über den Fluß. Von da führt der Weg südwärts nach Dschnibaschlü."-"Steht dieser Bäcker und Färber vielleicht sonst noch in einem schlechten Ruf?"-"Hm! Ich weiß es nicht!"-"Sprich deutlicher!"-"Es sind ihm vor einigen Jahren die Ohren aufgeschnitten worden."
(BOSCHAK hatte Schmuggelware in das Backwerk eingebacken.)
BOSCHAK hat übrigens eine Frau. Sie ist noch viel dicker als er und hat den klangvollen Namen TSCHILEKA, was Erdbeere bedeutet. Sie stürzte von ihrem Maulesel in ein Dornengestrüpp, und KARA BEN NEMSI "rettet" die dicke Erdbeere. Die Szene ist äußerst grotesk und komisch. Doch davon ein anderes Mal.
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